Moving Into Sunlight: Decolonial Gestures, Embodied Archives

Moving Into Sunlight: Decolonial Gestures, Embodied Archives
02.02.2021
Flyer Umkämpfte Erinnerungen
Umkämpfte Erinnerungen
17.03.2021
Moving Into Sunlight: Decolonial Gestures, Embodied Archives
02.02.2021
Flyer Umkämpfte Erinnerungen
Umkämpfte Erinnerungen
17.03.2021

Freitag & Samstag, 12. & 13. März 2021

Eine zweitägige Veranstaltung mit Live-Kunst-Performances und Interventionen, die Körperarchive als Orte des dekolonialen Wissens, des Widerstands und der Selbstermächtigung für BIPoC, (post-)migrantische, diasporische und queere Communities in Berlin in den Mittelpunkt stellen.

Gaphic Design von Imad Gebrayel

12. März bei xart splitta *online*

13. März im Nachbarschaftshaus Urbanstraße *online*

Künstler:innen: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, Raju Rage + Nad MA, Nine Yamamoto-Masson, Sajan Mani + Aroh Akunth, a.s. sumukha

Kuratiert von Kathy-Ann Tan in Zusammenarbeit mit xart splitta.

„When I speak of the erotic, then, I speak of it as an assertion of […] that creative energy empowered, the knowledge and use of which we are now reclaiming in our language, our history, our dancing, our loving, our work, our lives.“ – Audre Lorde, „The Uses of the Erotic: The Erotic as Power“.

„Audre Lorde schreibt über die Erotik als eine zutiefst motivierende und ermächtigende Kraft, die in den Körpern von Womxn of Colour lebt. Indem „Moving Into Sunlight“ das Wissen, die Geschichte, das Lachen, die Kämpfe, die Widerstandsfähigkeit und die Macht von queeren und BIPoC-Leben in den Mittelpunkt stellt, stört und sprengt es den „westlichen“, kolonialen Blick, der diese Subjektivitäten seit Jahrhunderten gesammelt, „studiert“, seziert, rassifiziert, sexualisiert und reguliert hat. Unsere Körper sind unsere Archive. Sie halten, speichern, bewahren auf, reagieren auf und verarbeiten Erfahrungen von Trauma, Freude, Schock, Krankheit, Aufregung, Schmerz, etc. Für postkoloniale, migrantische und diasporische Subjekte wird der Körper zu einem primären Ort des Widerstands und der Ermächtigung, der Selbstrepräsentation und Transformation, für eindringliche Erfahrungen der Verbindung mit dem Leben und dem Vermächtnis derer, die vor ihnen kamen. Der Kampf um soziale Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und Wiedergutmachung ist noch lange nicht vorbei, und diese Veranstaltung lädt Künstler:innen, Kulturschaffende, Aktivist:innen, Wissenschaftler:innen und alle, die sich auf die eine oder andere Weise angesprochen fühlen, ein, im Geiste des Teilens, der Fürsorge und der kollektiven Strategie zusammenzukommen.

Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Lautsprache und komplett online statt. BIPoC und (post-)migrantische Bewohner:innen aus der Nachbarschaft der Veranstaltungsorte in Berlin-Kreuzberg/Neukölln sind besonders willkommen. Meldet euch bitte bis zum 10.03.2021 per E-Mail über movingintosunlight@gmail.com an, wenn ihr teilnehmen möchten. Bitte gebt an, ob ihr eine Gebärdensprachdolmetschung benötigt.

Ablauf

12 März 2021

18.00h: a.s. sumukha kurze Intervention
18.30h: Sajan Mani + Aroh Akunth Performance
19.30h: a.s. sumukha kurze Intervention
20.15h: Nine Yamamoto-Masson Video-Performance
21:15h: a.s. sumukha kurze Intervention
21.30h: Schluss

13. März 2021

13.00h: Begrüßung mit Kathy-Ann Tan, Iris Rajanayagam und Bahar Sanli
13.30h: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro Performance
14.30h: Pause
15.00h: Raju Rage + Nad MA Performance
16.00h: Pause
16.30h: Gruppen-Sessions mit Workshopleitenden auf Zoom
17.30h: Pause
18.00h: Q&A Diskussion und kollaborative Dokumentation
19.00h: Abschluss


Künstler:innen

Fotocredit: Roland Bisse Essomba 2018 RAVY Festival Goethe-Institut Yaoundé, Kamerun

Anguezomo Mba Bikoro verbindet Archäologie, Klangradio, Schrift, Textilien, Skulptur, Live-Kunst-Performances, Film und Archive zu immersiven Installationen. Die Arbeit analysiert Prozesse der Macht & Wissenschaftsfiktionen in historischen Archiven, die sich kritisch mit Migrationskämpfen und kolonialer Erinnerung auseinandersetzen. Die Künstlerin schafft Umgebungen für alternative Narrative und Zukunftsspekulationen kolonialer Widerstandsbewegungen, die von afrikanischen Frauen der deutschen Diaspora und indigenen Gemeinschaften angeführt wurden. Sedimentiert in Erzählungen von testimonialen Black-Queer-Erfahrungen von sonischen Naturarchiven, Revolte, queering ecologies und postkolonialen feministischen Erfahrungen hin zu neuen Denkmälern, die auf die unterschiedlichen Töne von Gesellschaften zwischen Wahn & Ritual reagieren. Die Arbeit bietet komplexe nicht-binäre Lesarten, die neue Untersuchungen über die Architekturen von Rassismen in Städten, die Archäologien urbaner Räume & Ökonomien traditioneller Systeme vorantreiben, indem sie die Grenzen von Technologien als funktionale Gedächtnisaufzeichnungen aufzeigen.

„Where Is Your Fire?“
what to say to you now in the soft afternoon air as you hold us all in a single death i say “where is your fire?”

i say where is your fire?
you got to fight it and pass it on
you got to find it and pass it on from you to me from me to her from her to him from the son to the
father from the brother to the sister from the daughter to the mother from the mother to the child
i say where is your fire?
i say where is your fire?
can’t you smell it ?
coming out of our past
the fire of living not dying
the fire of loving not killing
the fire blackness not gangster shadows
where is our beautiful fire that gave
light to the world?

Auszug aus „Catch the Fire“ von Sonia Sanchez

Anguezomo Mba Bikoro präsentiert „Where Is Your Fire“, ein Trauerritual, das auf Archivmaterial Schwarzer Abolitionist:innen zurückgreift und die Geschichte eines verlorenen Gerichtsverfahrens aus dem 19. Jahrhundert über die Ermordung einer Herero-Prinzessin und eines gestohlenen afrikanisch-deutschen Theaterskripts nachzeichnet. Die Künstlerin folgt den vielfachen Routen Schwarzer Feministischer Schriftsteller:innen, die durch die Fiktionen botanischer Kolonialfiktionen verwoben sind und Zeugnisse antikolonialer Kämpfe und Warnungen im mythischen Geist des Drexciyan-Aufstandes übermitteln.


Fotocredit: Billie Clarken Photography

Sajan Mani ist ein intersektionaler Künstler, der aus einer Familie von Kautschukzapfern in einem abgelegenen Dorf im nördlichen Teil von Keralam, Südindien, stammt. Seine Arbeit bringt die Probleme der marginalisierten und unterdrückten Völker Indiens zum Ausdruck, und zwar durch den „Black Dalit body“ des Künstlers. Manis Performance-Praxis besteht auf verkörperter Präsenz, konfrontiert mit Schmerz, Scham, Angst und Macht. Sein persönliches Rendezvous mit seinem Körper als Treffpunkt von Geschichte und Gegenwart öffnet den Blick auf den „Körper“ als soziopolitische Metapher. Mehrere von Manis Performances verwenden das Element Wasser, um ökologische Themen anzusprechen, insbesondere im Zusammenhang mit den Backwaters von Kerala, sowie das allgemeine Thema der Migration. Seine jüngsten Arbeiten betrachten die Korrespondenz zwischen Tieren und Menschen und die Politik des Raumes aus der Perspektive einer indigenen Kosmologie.

Aroh Akunth ist ein:e Dalit-Queer Interdisziplinäre Künstler:in. Derzeit lebt Aroh Akunth zwischen Göttingen und Delhi. Aroh Akunth hat einen Bachelor in Sozialwissenschaften und absolviert derzeit einen Master in Modern Indian Studies. Aroh Akunth ist auch Gründer:in des Dalit Art Archive und der Dalit Queer Project Initiativen, die die Narrative ihrer Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellen. Als Künstler:in interessiert sich Aroh Akunth für die Erforschung von Kaste und Queerness als Welten durch ihre Experimente mit Worten, Sound, Visuals und Performance.

„Shambuka“ ist eine Performance, die das fortbestehende Vermächtnis der Hindu-Epen und der Kasten-Apartheid in der Politik des indischen Subkontinents im 21. Jahrhundert verortet. Im Laufe der Jahre war der Mord an Shambuka sowohl für Anti-Kasten-Gelehrte wie Ambedkar als auch für progressive Künstler:innen von akademischem Interesse. Wo Eklavya für seine Träume als Avarna bestraft wurde, zahlte Shambuka den Preis für seinen Erfolg in einer Kastengesellschaft. Die Performance regt dazu an, über die Art und Weise nachzudenken, wie die Vorherrschaft der Kaste die Identitäten, die wir verkörpern, informiert und mit ihnen interagiert, und was es für Menschen, deren Körper von der Kaste gezeichnet sind, bedeutet, in einer metaphorischen Schleife festzustecken.


Raju Rage ist ein:e zarte:r Stier (Taurus). Raju Rage ist auch ein Künstler:in und kreative:r Pädagog:in, arbeitet mit Heilungs- und Pflegeprozessen und -praktiken und verwendet Werkzeuge der Transformation und Resilienz im Angesicht von Raubbau und Extraktivismus von hetero- und homonormativen Cistemen.
@Raju_Rage

Nad MA ist ein:e wahrhaft sinnliche:r SKorpion (Scorpio). Nad MA arbeitet mit Körperlichkeit und der Politik des Körpers als Massagetherapeut:in, Körperpiercer:in, Shibari-Lehrer:in, Drag King und Workshop-Leiter:in. Nad MA interessiert sich auch für Spiritualität und die Heilung aller Wesen.
@Nadnadius

Transistenz: gegen Körper*, die wir lieben
Ein partizipatorischer Live-Stream Drag – Care – Austausch mit Raju Rage und Nad MA, zwei geschlechtsuntypischen Körpern, die ausloten, was hinter der Ästhetik und Performance von Drag liegt, und die nicht-sexuelle Intimität und erotische Kraft jenseits des Frauseins erforschen. Wir stellen euch die Alter-Egos ‚Lola Love‘ und ‚Hugo‘ vor und laden euch ein, euch mit uns zu solidarisieren und euch gemeinsam zu engagieren.


Nine Yamamoto-Masson ist eine französisch-japanische Künstlerin, Theoretikerin, Autorin, Forscherin und Übersetzerin. In ihrer akademischen Forschung, künstlerischen und aktivistischen Praxis analysiert sie die vergeschlechtlichte Nekropolitik der (Neo)Kolonialität im Hinblick auf die Hinterlassenschaften des europäischen und japanischen Kolonialismus, wie sie sich gegenwärtig als Machtkonfigurationen und Wissensökonomien manifestieren, die Gewalt auf Körper und Zukünfte ausüben. Sie untersucht die Organisationsformen des vernetzten Widerstands und das Wirken widerständiger Erinnerung, die hegemoniale, dominante Narrative herausfordert, wobei sie sich auf die Rolle von Kunst und interdiasporischen, internationalistischen, generationenübergreifenden Solidaritäten konzentriert. Sie ist Doktorandin an der Universität von Amsterdam.

„Nobody Died“ spürt der Reibung verschiedener Formen von Auseinandersetzungen über die Trauer um Leben nach, die systematisch entwertet und gewaltsam verletzt oder genommen werden, im Kontext dessen, wie sich rassifizierte und geschlechtsspezifische Gewalt in individuellen und kollektiven Körpern ansammelt und unter den entzündeten Narben wie glühende Konstellationskarten juckt, die vorwärts und zurück durch die Zeit und über den Globus, über Generationen hinweg reichen. Es beinhaltet ein Video und eine Installation von Collagen und Zeichnungen, die auf einer fotografischen Dokumentation der spannungsgeladenen Veränderungen (und entsprechenden Nachrichten) auf Straßenebene in NYC im Frühjahr/Sommer 2020 basieren, wo die Künstlerin aufgrund von Covid gestrandet war und wie so viele gezwungen war, Trauerrituale zu improvisieren, um die Toten angesichts einer sich ständig verschärfenden auf weißer Vorherrschaft basierenden Hierarchie der Gefühle zu ehren. Die Videolesung Is a Film a Bone (2020) ist Teil eines Rituals. Sie handelt von der Trauerarbeit, davon, wie man den Toten gerecht wird, von den Kämpfen, die Vergangenheit zurückzufordern und sich die Zukunft wieder anzueignen. Es geht um die verborgenen Wurmlöcher, die die verschiedenen Raum-Zeiten verbinden, in die der Künstler verstrickt ist. Es geht darum, wie man mit dem Feuer lebt, und um seine Rolle als Geburtshelfer einer neuen Welt.


Bild: Grüne Tara. Credits: a.s. sumukha

a.s. sumukha ist Dichter:in, Gelehrte:r und Aktivist:in.

„BRAUNES KARMA * SCHWARZES DHARMA (2021)“
Fühlend, lesend und sprechend gegen den Strich, begeht a.s. sumukha Vorziege-Minderheiten-Selbstmord. Indem a.s. sumukha an die Solidarität zwischen der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA und dem Widerstand gegen das Kastesystem in Indien erinnert, wendet a.s. sumukha sich dem „Black Dharma“ zu, einer aufkommenden Strömung des nordamerikanischen Buddhismus, die reformistische postvedische Praktiken mit der Black Radical Tradition verbindet. Auf diese Weise betrachtet a.s. sumukha verschiedene Beziehungen von Macht ohne Herrschaft, die a.s. sumukha auf eine Lektüre von Lordes Erotik als Macht überträgt.


Workshopleitenden

Fotocredits: Zara Zandieh

Iris Rajanayagam ist Historikerin (MA Humboldt-Universität Berlin). Sie arbeitet zu post- und dekolonialen Theorien, Intersektionalität, Erinnerungspolitik und Social Change; sie ist Leiterin des Vereins xart splitta und Dozentin an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Außerdem ist Iris Rajanayagam Vorstandsmitglied des Migrationsrates Berlin und war viele Jahre in der Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen aktiv.


Rena Onat ist Frauen*beauftragte und Kunst- und Medienwissenschaftlerin. Sie arbeitet derzeit an ihrer Doktorarbeit über Kunstwerke von QTIBIPoC-Künstler:innen im deutschen Kontext und beleuchtet dabei Ausdrucksformen von Queer of Color-Kritik in und durch Kunst und visuelle Kultur. Sie ist eine deutsch-türkische Femme of Color, die Pferde mag.


Yergalem Yagi Taffere hat viele Eisen im Feuer. Wenn sie könnte, wäre sie jedes Wochenende an einem anderen Ort und würde sich die wichtigen Geschichten verschiedener Menschen und ihrer eigenen diasporischen Lebensrealitäten anhören. Sie ist Regisseurin, Fotografin, Performerin und DJ. Derzeit arbeitet sie an „Yagi’s Kaleidoscope“.


Mai Zeidani Yufanyi ist Sozialwissenschaftlerin; in ihrer Arbeit bei Inssan e.V. beschäftigt sie sich mit Antidiskriminierung und postkolonialen Migrationsgesellschaften in Europa, Asyl- und Migrationspolitik. Als Person of Colour und Migrantin mit muslimischen und jüdischen Wurzeln in Palästina und Europa spielen intersektionale Ansätze eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit.


Magnus Elias Rosengarten ist ein Schriftsteller und Künstler, der derzeit in Berlin lebt. In seiner Arbeit erforscht er Körper und Narrative – mittels Text, Performance, Bewegtbild und der körperlosen Stimme – die sich in der globalen Diaspora bewegen und kontinuierlich manifestieren. Er studierte an der Humboldt Universität in Berlin und schloss sein Studium der Performance Studies an der New York University, Tisch School of the Arts ab.


Sophya Frohberg ist Kuratorin und Forscherin und lebt in Berlin. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Sichtbarkeit Schwarzer, queerer und intersektionaler zeitgenössischer Kunst sowie mit radikalen dekolonialen Praktiken innerhalb kultureller Institutionen. Derzeit erforscht sie mit ihrer Arbeitsgruppe CCC – Curating Through Conflict with Care – Wege zu einem verantwortungsvollen, nicht-hierarchischen Kuratieren.


Kuratorin

Kathy-Ann Tan ist eine in Berlin lebende Kuratorin, Autorin und unabhängige Wissenschaftlerin für visuelle Kunst und Performance, postkoloniale und dekoloniale Theorie und Gender/Queer Studies. Sie interessiert sich für alternative Modelle der Kunstverbreitung, des Ausstellungsmachens und des Aufbaus von Institutionen, die auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit in der heutigen Zeit abgestimmt sind. Ihr laufendes Projekt decolonialartarchives zielt darauf ab, gemeinsam ein Forum für Künstler:innen, Kurator:innen und Kulturschaffende aufzubauen, um Wege zu entwickeln, koloniale Narrative zu hinterfragen.


Programmflyer (Eng.)

Seite I
Seite II

Gefördert aus Mitteln des Programms Impact-Förderung 2021 der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa:


Diese Veranstaltung findet im Rahmen des, von der LADS geförderten Projektes #CommunitiesSolidarischDenken statt.

Moving Into Sunlight: Decolonial Gestures, Embodied Archives
02.02.2021
Flyer Umkämpfte Erinnerungen
Umkämpfte Erinnerungen
17.03.2021

Freitag & Samstag, 12. & 13. März 2021

Eine zweitägige Veranstaltung mit Live-Kunst-Performances und Interventionen, die Körperarchive als Orte des dekolonialen Wissens, des Widerstands und der Selbstermächtigung für BIPoC, (post-)migrantische, diasporische und queere Communities in Berlin in den Mittelpunkt stellen.

Gaphic Design von Imad Gebrayel

12. März bei xart splitta *online*

13. März im Nachbarschaftshaus Urbanstraße *online*

Künstler:innen: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, Raju Rage + Nad MA, Nine Yamamoto-Masson, Sajan Mani + Aroh Akunth, a.s. sumukha

Kuratiert von Kathy-Ann Tan in Zusammenarbeit mit xart splitta.

„When I speak of the erotic, then, I speak of it as an assertion of […] that creative energy empowered, the knowledge and use of which we are now reclaiming in our language, our history, our dancing, our loving, our work, our lives.“ – Audre Lorde, „The Uses of the Erotic: The Erotic as Power“.

„Audre Lorde schreibt über die Erotik als eine zutiefst motivierende und ermächtigende Kraft, die in den Körpern von Womxn of Colour lebt. Indem „Moving Into Sunlight“ das Wissen, die Geschichte, das Lachen, die Kämpfe, die Widerstandsfähigkeit und die Macht von queeren und BIPoC-Leben in den Mittelpunkt stellt, stört und sprengt es den „westlichen“, kolonialen Blick, der diese Subjektivitäten seit Jahrhunderten gesammelt, „studiert“, seziert, rassifiziert, sexualisiert und reguliert hat. Unsere Körper sind unsere Archive. Sie halten, speichern, bewahren auf, reagieren auf und verarbeiten Erfahrungen von Trauma, Freude, Schock, Krankheit, Aufregung, Schmerz, etc. Für postkoloniale, migrantische und diasporische Subjekte wird der Körper zu einem primären Ort des Widerstands und der Ermächtigung, der Selbstrepräsentation und Transformation, für eindringliche Erfahrungen der Verbindung mit dem Leben und dem Vermächtnis derer, die vor ihnen kamen. Der Kampf um soziale Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und Wiedergutmachung ist noch lange nicht vorbei, und diese Veranstaltung lädt Künstler:innen, Kulturschaffende, Aktivist:innen, Wissenschaftler:innen und alle, die sich auf die eine oder andere Weise angesprochen fühlen, ein, im Geiste des Teilens, der Fürsorge und der kollektiven Strategie zusammenzukommen.

Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Lautsprache und komplett online statt. BIPoC und (post-)migrantische Bewohner:innen aus der Nachbarschaft der Veranstaltungsorte in Berlin-Kreuzberg/Neukölln sind besonders willkommen. Meldet euch bitte bis zum 10.03.2021 per E-Mail über movingintosunlight@gmail.com an, wenn ihr teilnehmen möchten. Bitte gebt an, ob ihr eine Gebärdensprachdolmetschung benötigt.

Ablauf

12 März 2021

18.00h: a.s. sumukha kurze Intervention
18.30h: Sajan Mani + Aroh Akunth Performance
19.30h: a.s. sumukha kurze Intervention
20.15h: Nine Yamamoto-Masson Video-Performance
21:15h: a.s. sumukha kurze Intervention
21.30h: Schluss

13. März 2021

13.00h: Begrüßung mit Kathy-Ann Tan, Iris Rajanayagam und Bahar Sanli
13.30h: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro Performance
14.30h: Pause
15.00h: Raju Rage + Nad MA Performance
16.00h: Pause
16.30h: Gruppen-Sessions mit Workshopleitenden auf Zoom
17.30h: Pause
18.00h: Q&A Diskussion und kollaborative Dokumentation
19.00h: Abschluss


Künstler:innen

Fotocredit: Roland Bisse Essomba 2018 RAVY Festival Goethe-Institut Yaoundé, Kamerun

Anguezomo Mba Bikoro verbindet Archäologie, Klangradio, Schrift, Textilien, Skulptur, Live-Kunst-Performances, Film und Archive zu immersiven Installationen. Die Arbeit analysiert Prozesse der Macht & Wissenschaftsfiktionen in historischen Archiven, die sich kritisch mit Migrationskämpfen und kolonialer Erinnerung auseinandersetzen. Die Künstlerin schafft Umgebungen für alternative Narrative und Zukunftsspekulationen kolonialer Widerstandsbewegungen, die von afrikanischen Frauen der deutschen Diaspora und indigenen Gemeinschaften angeführt wurden. Sedimentiert in Erzählungen von testimonialen Black-Queer-Erfahrungen von sonischen Naturarchiven, Revolte, queering ecologies und postkolonialen feministischen Erfahrungen hin zu neuen Denkmälern, die auf die unterschiedlichen Töne von Gesellschaften zwischen Wahn & Ritual reagieren. Die Arbeit bietet komplexe nicht-binäre Lesarten, die neue Untersuchungen über die Architekturen von Rassismen in Städten, die Archäologien urbaner Räume & Ökonomien traditioneller Systeme vorantreiben, indem sie die Grenzen von Technologien als funktionale Gedächtnisaufzeichnungen aufzeigen.

„Where Is Your Fire?“
what to say to you now in the soft afternoon air as you hold us all in a single death i say “where is your fire?”

i say where is your fire?
you got to fight it and pass it on
you got to find it and pass it on from you to me from me to her from her to him from the son to the
father from the brother to the sister from the daughter to the mother from the mother to the child
i say where is your fire?
i say where is your fire?
can’t you smell it ?
coming out of our past
the fire of living not dying
the fire of loving not killing
the fire blackness not gangster shadows
where is our beautiful fire that gave
light to the world?

Auszug aus „Catch the Fire“ von Sonia Sanchez

Anguezomo Mba Bikoro präsentiert „Where Is Your Fire“, ein Trauerritual, das auf Archivmaterial Schwarzer Abolitionist:innen zurückgreift und die Geschichte eines verlorenen Gerichtsverfahrens aus dem 19. Jahrhundert über die Ermordung einer Herero-Prinzessin und eines gestohlenen afrikanisch-deutschen Theaterskripts nachzeichnet. Die Künstlerin folgt den vielfachen Routen Schwarzer Feministischer Schriftsteller:innen, die durch die Fiktionen botanischer Kolonialfiktionen verwoben sind und Zeugnisse antikolonialer Kämpfe und Warnungen im mythischen Geist des Drexciyan-Aufstandes übermitteln.


Fotocredit: Billie Clarken Photography

Sajan Mani ist ein intersektionaler Künstler, der aus einer Familie von Kautschukzapfern in einem abgelegenen Dorf im nördlichen Teil von Keralam, Südindien, stammt. Seine Arbeit bringt die Probleme der marginalisierten und unterdrückten Völker Indiens zum Ausdruck, und zwar durch den „Black Dalit body“ des Künstlers. Manis Performance-Praxis besteht auf verkörperter Präsenz, konfrontiert mit Schmerz, Scham, Angst und Macht. Sein persönliches Rendezvous mit seinem Körper als Treffpunkt von Geschichte und Gegenwart öffnet den Blick auf den „Körper“ als soziopolitische Metapher. Mehrere von Manis Performances verwenden das Element Wasser, um ökologische Themen anzusprechen, insbesondere im Zusammenhang mit den Backwaters von Kerala, sowie das allgemeine Thema der Migration. Seine jüngsten Arbeiten betrachten die Korrespondenz zwischen Tieren und Menschen und die Politik des Raumes aus der Perspektive einer indigenen Kosmologie.

Aroh Akunth ist ein:e Dalit-Queer Interdisziplinäre Künstler:in. Derzeit lebt Aroh Akunth zwischen Göttingen und Delhi. Aroh Akunth hat einen Bachelor in Sozialwissenschaften und absolviert derzeit einen Master in Modern Indian Studies. Aroh Akunth ist auch Gründer:in des Dalit Art Archive und der Dalit Queer Project Initiativen, die die Narrative ihrer Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellen. Als Künstler:in interessiert sich Aroh Akunth für die Erforschung von Kaste und Queerness als Welten durch ihre Experimente mit Worten, Sound, Visuals und Performance.

„Shambuka“ ist eine Performance, die das fortbestehende Vermächtnis der Hindu-Epen und der Kasten-Apartheid in der Politik des indischen Subkontinents im 21. Jahrhundert verortet. Im Laufe der Jahre war der Mord an Shambuka sowohl für Anti-Kasten-Gelehrte wie Ambedkar als auch für progressive Künstler:innen von akademischem Interesse. Wo Eklavya für seine Träume als Avarna bestraft wurde, zahlte Shambuka den Preis für seinen Erfolg in einer Kastengesellschaft. Die Performance regt dazu an, über die Art und Weise nachzudenken, wie die Vorherrschaft der Kaste die Identitäten, die wir verkörpern, informiert und mit ihnen interagiert, und was es für Menschen, deren Körper von der Kaste gezeichnet sind, bedeutet, in einer metaphorischen Schleife festzustecken.


Raju Rage ist ein:e zarte:r Stier (Taurus). Raju Rage ist auch ein Künstler:in und kreative:r Pädagog:in, arbeitet mit Heilungs- und Pflegeprozessen und -praktiken und verwendet Werkzeuge der Transformation und Resilienz im Angesicht von Raubbau und Extraktivismus von hetero- und homonormativen Cistemen.
@Raju_Rage

Nad MA ist ein:e wahrhaft sinnliche:r SKorpion (Scorpio). Nad MA arbeitet mit Körperlichkeit und der Politik des Körpers als Massagetherapeut:in, Körperpiercer:in, Shibari-Lehrer:in, Drag King und Workshop-Leiter:in. Nad MA interessiert sich auch für Spiritualität und die Heilung aller Wesen.
@Nadnadius

Transistenz: gegen Körper*, die wir lieben
Ein partizipatorischer Live-Stream Drag – Care – Austausch mit Raju Rage und Nad MA, zwei geschlechtsuntypischen Körpern, die ausloten, was hinter der Ästhetik und Performance von Drag liegt, und die nicht-sexuelle Intimität und erotische Kraft jenseits des Frauseins erforschen. Wir stellen euch die Alter-Egos ‚Lola Love‘ und ‚Hugo‘ vor und laden euch ein, euch mit uns zu solidarisieren und euch gemeinsam zu engagieren.


Nine Yamamoto-Masson ist eine französisch-japanische Künstlerin, Theoretikerin, Autorin, Forscherin und Übersetzerin. In ihrer akademischen Forschung, künstlerischen und aktivistischen Praxis analysiert sie die vergeschlechtlichte Nekropolitik der (Neo)Kolonialität im Hinblick auf die Hinterlassenschaften des europäischen und japanischen Kolonialismus, wie sie sich gegenwärtig als Machtkonfigurationen und Wissensökonomien manifestieren, die Gewalt auf Körper und Zukünfte ausüben. Sie untersucht die Organisationsformen des vernetzten Widerstands und das Wirken widerständiger Erinnerung, die hegemoniale, dominante Narrative herausfordert, wobei sie sich auf die Rolle von Kunst und interdiasporischen, internationalistischen, generationenübergreifenden Solidaritäten konzentriert. Sie ist Doktorandin an der Universität von Amsterdam.

„Nobody Died“ spürt der Reibung verschiedener Formen von Auseinandersetzungen über die Trauer um Leben nach, die systematisch entwertet und gewaltsam verletzt oder genommen werden, im Kontext dessen, wie sich rassifizierte und geschlechtsspezifische Gewalt in individuellen und kollektiven Körpern ansammelt und unter den entzündeten Narben wie glühende Konstellationskarten juckt, die vorwärts und zurück durch die Zeit und über den Globus, über Generationen hinweg reichen. Es beinhaltet ein Video und eine Installation von Collagen und Zeichnungen, die auf einer fotografischen Dokumentation der spannungsgeladenen Veränderungen (und entsprechenden Nachrichten) auf Straßenebene in NYC im Frühjahr/Sommer 2020 basieren, wo die Künstlerin aufgrund von Covid gestrandet war und wie so viele gezwungen war, Trauerrituale zu improvisieren, um die Toten angesichts einer sich ständig verschärfenden auf weißer Vorherrschaft basierenden Hierarchie der Gefühle zu ehren. Die Videolesung Is a Film a Bone (2020) ist Teil eines Rituals. Sie handelt von der Trauerarbeit, davon, wie man den Toten gerecht wird, von den Kämpfen, die Vergangenheit zurückzufordern und sich die Zukunft wieder anzueignen. Es geht um die verborgenen Wurmlöcher, die die verschiedenen Raum-Zeiten verbinden, in die der Künstler verstrickt ist. Es geht darum, wie man mit dem Feuer lebt, und um seine Rolle als Geburtshelfer einer neuen Welt.


Bild: Grüne Tara. Credits: a.s. sumukha

a.s. sumukha ist Dichter:in, Gelehrte:r und Aktivist:in.

„BRAUNES KARMA * SCHWARZES DHARMA (2021)“
Fühlend, lesend und sprechend gegen den Strich, begeht a.s. sumukha Vorziege-Minderheiten-Selbstmord. Indem a.s. sumukha an die Solidarität zwischen der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA und dem Widerstand gegen das Kastesystem in Indien erinnert, wendet a.s. sumukha sich dem „Black Dharma“ zu, einer aufkommenden Strömung des nordamerikanischen Buddhismus, die reformistische postvedische Praktiken mit der Black Radical Tradition verbindet. Auf diese Weise betrachtet a.s. sumukha verschiedene Beziehungen von Macht ohne Herrschaft, die a.s. sumukha auf eine Lektüre von Lordes Erotik als Macht überträgt.


Workshopleitenden

Fotocredits: Zara Zandieh

Iris Rajanayagam ist Historikerin (MA Humboldt-Universität Berlin). Sie arbeitet zu post- und dekolonialen Theorien, Intersektionalität, Erinnerungspolitik und Social Change; sie ist Leiterin des Vereins xart splitta und Dozentin an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Außerdem ist Iris Rajanayagam Vorstandsmitglied des Migrationsrates Berlin und war viele Jahre in der Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen aktiv.


Rena Onat ist Frauen*beauftragte und Kunst- und Medienwissenschaftlerin. Sie arbeitet derzeit an ihrer Doktorarbeit über Kunstwerke von QTIBIPoC-Künstler:innen im deutschen Kontext und beleuchtet dabei Ausdrucksformen von Queer of Color-Kritik in und durch Kunst und visuelle Kultur. Sie ist eine deutsch-türkische Femme of Color, die Pferde mag.


Yergalem Yagi Taffere hat viele Eisen im Feuer. Wenn sie könnte, wäre sie jedes Wochenende an einem anderen Ort und würde sich die wichtigen Geschichten verschiedener Menschen und ihrer eigenen diasporischen Lebensrealitäten anhören. Sie ist Regisseurin, Fotografin, Performerin und DJ. Derzeit arbeitet sie an „Yagi’s Kaleidoscope“.


Mai Zeidani Yufanyi ist Sozialwissenschaftlerin; in ihrer Arbeit bei Inssan e.V. beschäftigt sie sich mit Antidiskriminierung und postkolonialen Migrationsgesellschaften in Europa, Asyl- und Migrationspolitik. Als Person of Colour und Migrantin mit muslimischen und jüdischen Wurzeln in Palästina und Europa spielen intersektionale Ansätze eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit.


Magnus Elias Rosengarten ist ein Schriftsteller und Künstler, der derzeit in Berlin lebt. In seiner Arbeit erforscht er Körper und Narrative – mittels Text, Performance, Bewegtbild und der körperlosen Stimme – die sich in der globalen Diaspora bewegen und kontinuierlich manifestieren. Er studierte an der Humboldt Universität in Berlin und schloss sein Studium der Performance Studies an der New York University, Tisch School of the Arts ab.


Sophya Frohberg ist Kuratorin und Forscherin und lebt in Berlin. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Sichtbarkeit Schwarzer, queerer und intersektionaler zeitgenössischer Kunst sowie mit radikalen dekolonialen Praktiken innerhalb kultureller Institutionen. Derzeit erforscht sie mit ihrer Arbeitsgruppe CCC – Curating Through Conflict with Care – Wege zu einem verantwortungsvollen, nicht-hierarchischen Kuratieren.


Kuratorin

Kathy-Ann Tan ist eine in Berlin lebende Kuratorin, Autorin und unabhängige Wissenschaftlerin für visuelle Kunst und Performance, postkoloniale und dekoloniale Theorie und Gender/Queer Studies. Sie interessiert sich für alternative Modelle der Kunstverbreitung, des Ausstellungsmachens und des Aufbaus von Institutionen, die auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit in der heutigen Zeit abgestimmt sind. Ihr laufendes Projekt decolonialartarchives zielt darauf ab, gemeinsam ein Forum für Künstler:innen, Kurator:innen und Kulturschaffende aufzubauen, um Wege zu entwickeln, koloniale Narrative zu hinterfragen.


Programmflyer (Eng.)

Seite I
Seite II

Gefördert aus Mitteln des Programms Impact-Förderung 2021 der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa:


Diese Veranstaltung findet im Rahmen des, von der LADS geförderten Projektes #CommunitiesSolidarischDenken statt.

Moving Into Sunlight: Decolonial Gestures, Embodied Archives
02.02.2021
Flyer Umkämpfte Erinnerungen
Umkämpfte Erinnerungen
17.03.2021

Freitag & Samstag, 12. & 13. März 2021

Eine zweitägige Veranstaltung mit Live-Kunst-Performances und Interventionen, die Körperarchive als Orte des dekolonialen Wissens, des Widerstands und der Selbstermächtigung für BIPoC, (post-)migrantische, diasporische und queere Communities in Berlin in den Mittelpunkt stellen.

Gaphic Design von Imad Gebrayel

12. März bei xart splitta *online*

13. März im Nachbarschaftshaus Urbanstraße *online*

Künstler:innen: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, Raju Rage + Nad MA, Nine Yamamoto-Masson, Sajan Mani + Aroh Akunth, a.s. sumukha

Kuratiert von Kathy-Ann Tan in Zusammenarbeit mit xart splitta.

„When I speak of the erotic, then, I speak of it as an assertion of […] that creative energy empowered, the knowledge and use of which we are now reclaiming in our language, our history, our dancing, our loving, our work, our lives.“ – Audre Lorde, „The Uses of the Erotic: The Erotic as Power“.

„Audre Lorde schreibt über die Erotik als eine zutiefst motivierende und ermächtigende Kraft, die in den Körpern von Womxn of Colour lebt. Indem „Moving Into Sunlight“ das Wissen, die Geschichte, das Lachen, die Kämpfe, die Widerstandsfähigkeit und die Macht von queeren und BIPoC-Leben in den Mittelpunkt stellt, stört und sprengt es den „westlichen“, kolonialen Blick, der diese Subjektivitäten seit Jahrhunderten gesammelt, „studiert“, seziert, rassifiziert, sexualisiert und reguliert hat. Unsere Körper sind unsere Archive. Sie halten, speichern, bewahren auf, reagieren auf und verarbeiten Erfahrungen von Trauma, Freude, Schock, Krankheit, Aufregung, Schmerz, etc. Für postkoloniale, migrantische und diasporische Subjekte wird der Körper zu einem primären Ort des Widerstands und der Ermächtigung, der Selbstrepräsentation und Transformation, für eindringliche Erfahrungen der Verbindung mit dem Leben und dem Vermächtnis derer, die vor ihnen kamen. Der Kampf um soziale Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und Wiedergutmachung ist noch lange nicht vorbei, und diese Veranstaltung lädt Künstler:innen, Kulturschaffende, Aktivist:innen, Wissenschaftler:innen und alle, die sich auf die eine oder andere Weise angesprochen fühlen, ein, im Geiste des Teilens, der Fürsorge und der kollektiven Strategie zusammenzukommen.

Die Veranstaltung findet in englischer und deutscher Lautsprache und komplett online statt. BIPoC und (post-)migrantische Bewohner:innen aus der Nachbarschaft der Veranstaltungsorte in Berlin-Kreuzberg/Neukölln sind besonders willkommen. Meldet euch bitte bis zum 10.03.2021 per E-Mail über movingintosunlight@gmail.com an, wenn ihr teilnehmen möchten. Bitte gebt an, ob ihr eine Gebärdensprachdolmetschung benötigt.

Ablauf

12 März 2021

18.00h: a.s. sumukha kurze Intervention
18.30h: Sajan Mani + Aroh Akunth Performance
19.30h: a.s. sumukha kurze Intervention
20.15h: Nine Yamamoto-Masson Video-Performance
21:15h: a.s. sumukha kurze Intervention
21.30h: Schluss

13. März 2021

13.00h: Begrüßung mit Kathy-Ann Tan, Iris Rajanayagam und Bahar Sanli
13.30h: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro Performance
14.30h: Pause
15.00h: Raju Rage + Nad MA Performance
16.00h: Pause
16.30h: Gruppen-Sessions mit Workshopleitenden auf Zoom
17.30h: Pause
18.00h: Q&A Diskussion und kollaborative Dokumentation
19.00h: Abschluss


Künstler:innen

Fotocredit: Roland Bisse Essomba 2018 RAVY Festival Goethe-Institut Yaoundé, Kamerun

Anguezomo Mba Bikoro verbindet Archäologie, Klangradio, Schrift, Textilien, Skulptur, Live-Kunst-Performances, Film und Archive zu immersiven Installationen. Die Arbeit analysiert Prozesse der Macht & Wissenschaftsfiktionen in historischen Archiven, die sich kritisch mit Migrationskämpfen und kolonialer Erinnerung auseinandersetzen. Die Künstlerin schafft Umgebungen für alternative Narrative und Zukunftsspekulationen kolonialer Widerstandsbewegungen, die von afrikanischen Frauen der deutschen Diaspora und indigenen Gemeinschaften angeführt wurden. Sedimentiert in Erzählungen von testimonialen Black-Queer-Erfahrungen von sonischen Naturarchiven, Revolte, queering ecologies und postkolonialen feministischen Erfahrungen hin zu neuen Denkmälern, die auf die unterschiedlichen Töne von Gesellschaften zwischen Wahn & Ritual reagieren. Die Arbeit bietet komplexe nicht-binäre Lesarten, die neue Untersuchungen über die Architekturen von Rassismen in Städten, die Archäologien urbaner Räume & Ökonomien traditioneller Systeme vorantreiben, indem sie die Grenzen von Technologien als funktionale Gedächtnisaufzeichnungen aufzeigen.

„Where Is Your Fire?“
what to say to you now in the soft afternoon air as you hold us all in a single death i say “where is your fire?”

i say where is your fire?
you got to fight it and pass it on
you got to find it and pass it on from you to me from me to her from her to him from the son to the
father from the brother to the sister from the daughter to the mother from the mother to the child
i say where is your fire?
i say where is your fire?
can’t you smell it ?
coming out of our past
the fire of living not dying
the fire of loving not killing
the fire blackness not gangster shadows
where is our beautiful fire that gave
light to the world?

Auszug aus „Catch the Fire“ von Sonia Sanchez

Anguezomo Mba Bikoro präsentiert „Where Is Your Fire“, ein Trauerritual, das auf Archivmaterial Schwarzer Abolitionist:innen zurückgreift und die Geschichte eines verlorenen Gerichtsverfahrens aus dem 19. Jahrhundert über die Ermordung einer Herero-Prinzessin und eines gestohlenen afrikanisch-deutschen Theaterskripts nachzeichnet. Die Künstlerin folgt den vielfachen Routen Schwarzer Feministischer Schriftsteller:innen, die durch die Fiktionen botanischer Kolonialfiktionen verwoben sind und Zeugnisse antikolonialer Kämpfe und Warnungen im mythischen Geist des Drexciyan-Aufstandes übermitteln.


Fotocredit: Billie Clarken Photography

Sajan Mani ist ein intersektionaler Künstler, der aus einer Familie von Kautschukzapfern in einem abgelegenen Dorf im nördlichen Teil von Keralam, Südindien, stammt. Seine Arbeit bringt die Probleme der marginalisierten und unterdrückten Völker Indiens zum Ausdruck, und zwar durch den „Black Dalit body“ des Künstlers. Manis Performance-Praxis besteht auf verkörperter Präsenz, konfrontiert mit Schmerz, Scham, Angst und Macht. Sein persönliches Rendezvous mit seinem Körper als Treffpunkt von Geschichte und Gegenwart öffnet den Blick auf den „Körper“ als soziopolitische Metapher. Mehrere von Manis Performances verwenden das Element Wasser, um ökologische Themen anzusprechen, insbesondere im Zusammenhang mit den Backwaters von Kerala, sowie das allgemeine Thema der Migration. Seine jüngsten Arbeiten betrachten die Korrespondenz zwischen Tieren und Menschen und die Politik des Raumes aus der Perspektive einer indigenen Kosmologie.

Aroh Akunth ist ein:e Dalit-Queer Interdisziplinäre Künstler:in. Derzeit lebt Aroh Akunth zwischen Göttingen und Delhi. Aroh Akunth hat einen Bachelor in Sozialwissenschaften und absolviert derzeit einen Master in Modern Indian Studies. Aroh Akunth ist auch Gründer:in des Dalit Art Archive und der Dalit Queer Project Initiativen, die die Narrative ihrer Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellen. Als Künstler:in interessiert sich Aroh Akunth für die Erforschung von Kaste und Queerness als Welten durch ihre Experimente mit Worten, Sound, Visuals und Performance.

„Shambuka“ ist eine Performance, die das fortbestehende Vermächtnis der Hindu-Epen und der Kasten-Apartheid in der Politik des indischen Subkontinents im 21. Jahrhundert verortet. Im Laufe der Jahre war der Mord an Shambuka sowohl für Anti-Kasten-Gelehrte wie Ambedkar als auch für progressive Künstler:innen von akademischem Interesse. Wo Eklavya für seine Träume als Avarna bestraft wurde, zahlte Shambuka den Preis für seinen Erfolg in einer Kastengesellschaft. Die Performance regt dazu an, über die Art und Weise nachzudenken, wie die Vorherrschaft der Kaste die Identitäten, die wir verkörpern, informiert und mit ihnen interagiert, und was es für Menschen, deren Körper von der Kaste gezeichnet sind, bedeutet, in einer metaphorischen Schleife festzustecken.


Raju Rage ist ein:e zarte:r Stier (Taurus). Raju Rage ist auch ein Künstler:in und kreative:r Pädagog:in, arbeitet mit Heilungs- und Pflegeprozessen und -praktiken und verwendet Werkzeuge der Transformation und Resilienz im Angesicht von Raubbau und Extraktivismus von hetero- und homonormativen Cistemen.
@Raju_Rage

Nad MA ist ein:e wahrhaft sinnliche:r SKorpion (Scorpio). Nad MA arbeitet mit Körperlichkeit und der Politik des Körpers als Massagetherapeut:in, Körperpiercer:in, Shibari-Lehrer:in, Drag King und Workshop-Leiter:in. Nad MA interessiert sich auch für Spiritualität und die Heilung aller Wesen.
@Nadnadius

Transistenz: gegen Körper*, die wir lieben
Ein partizipatorischer Live-Stream Drag – Care – Austausch mit Raju Rage und Nad MA, zwei geschlechtsuntypischen Körpern, die ausloten, was hinter der Ästhetik und Performance von Drag liegt, und die nicht-sexuelle Intimität und erotische Kraft jenseits des Frauseins erforschen. Wir stellen euch die Alter-Egos ‚Lola Love‘ und ‚Hugo‘ vor und laden euch ein, euch mit uns zu solidarisieren und euch gemeinsam zu engagieren.


Nine Yamamoto-Masson ist eine französisch-japanische Künstlerin, Theoretikerin, Autorin, Forscherin und Übersetzerin. In ihrer akademischen Forschung, künstlerischen und aktivistischen Praxis analysiert sie die vergeschlechtlichte Nekropolitik der (Neo)Kolonialität im Hinblick auf die Hinterlassenschaften des europäischen und japanischen Kolonialismus, wie sie sich gegenwärtig als Machtkonfigurationen und Wissensökonomien manifestieren, die Gewalt auf Körper und Zukünfte ausüben. Sie untersucht die Organisationsformen des vernetzten Widerstands und das Wirken widerständiger Erinnerung, die hegemoniale, dominante Narrative herausfordert, wobei sie sich auf die Rolle von Kunst und interdiasporischen, internationalistischen, generationenübergreifenden Solidaritäten konzentriert. Sie ist Doktorandin an der Universität von Amsterdam.

„Nobody Died“ spürt der Reibung verschiedener Formen von Auseinandersetzungen über die Trauer um Leben nach, die systematisch entwertet und gewaltsam verletzt oder genommen werden, im Kontext dessen, wie sich rassifizierte und geschlechtsspezifische Gewalt in individuellen und kollektiven Körpern ansammelt und unter den entzündeten Narben wie glühende Konstellationskarten juckt, die vorwärts und zurück durch die Zeit und über den Globus, über Generationen hinweg reichen. Es beinhaltet ein Video und eine Installation von Collagen und Zeichnungen, die auf einer fotografischen Dokumentation der spannungsgeladenen Veränderungen (und entsprechenden Nachrichten) auf Straßenebene in NYC im Frühjahr/Sommer 2020 basieren, wo die Künstlerin aufgrund von Covid gestrandet war und wie so viele gezwungen war, Trauerrituale zu improvisieren, um die Toten angesichts einer sich ständig verschärfenden auf weißer Vorherrschaft basierenden Hierarchie der Gefühle zu ehren. Die Videolesung Is a Film a Bone (2020) ist Teil eines Rituals. Sie handelt von der Trauerarbeit, davon, wie man den Toten gerecht wird, von den Kämpfen, die Vergangenheit zurückzufordern und sich die Zukunft wieder anzueignen. Es geht um die verborgenen Wurmlöcher, die die verschiedenen Raum-Zeiten verbinden, in die der Künstler verstrickt ist. Es geht darum, wie man mit dem Feuer lebt, und um seine Rolle als Geburtshelfer einer neuen Welt.


Bild: Grüne Tara. Credits: a.s. sumukha

a.s. sumukha ist Dichter:in, Gelehrte:r und Aktivist:in.

„BRAUNES KARMA * SCHWARZES DHARMA (2021)“
Fühlend, lesend und sprechend gegen den Strich, begeht a.s. sumukha Vorziege-Minderheiten-Selbstmord. Indem a.s. sumukha an die Solidarität zwischen der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA und dem Widerstand gegen das Kastesystem in Indien erinnert, wendet a.s. sumukha sich dem „Black Dharma“ zu, einer aufkommenden Strömung des nordamerikanischen Buddhismus, die reformistische postvedische Praktiken mit der Black Radical Tradition verbindet. Auf diese Weise betrachtet a.s. sumukha verschiedene Beziehungen von Macht ohne Herrschaft, die a.s. sumukha auf eine Lektüre von Lordes Erotik als Macht überträgt.


Workshopleitenden

Fotocredits: Zara Zandieh

Iris Rajanayagam ist Historikerin (MA Humboldt-Universität Berlin). Sie arbeitet zu post- und dekolonialen Theorien, Intersektionalität, Erinnerungspolitik und Social Change; sie ist Leiterin des Vereins xart splitta und Dozentin an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Außerdem ist Iris Rajanayagam Vorstandsmitglied des Migrationsrates Berlin und war viele Jahre in der Karawane für die Rechte von Flüchtlingen und MigrantInnen aktiv.


Rena Onat ist Frauen*beauftragte und Kunst- und Medienwissenschaftlerin. Sie arbeitet derzeit an ihrer Doktorarbeit über Kunstwerke von QTIBIPoC-Künstler:innen im deutschen Kontext und beleuchtet dabei Ausdrucksformen von Queer of Color-Kritik in und durch Kunst und visuelle Kultur. Sie ist eine deutsch-türkische Femme of Color, die Pferde mag.


Yergalem Yagi Taffere hat viele Eisen im Feuer. Wenn sie könnte, wäre sie jedes Wochenende an einem anderen Ort und würde sich die wichtigen Geschichten verschiedener Menschen und ihrer eigenen diasporischen Lebensrealitäten anhören. Sie ist Regisseurin, Fotografin, Performerin und DJ. Derzeit arbeitet sie an „Yagi’s Kaleidoscope“.


Mai Zeidani Yufanyi ist Sozialwissenschaftlerin; in ihrer Arbeit bei Inssan e.V. beschäftigt sie sich mit Antidiskriminierung und postkolonialen Migrationsgesellschaften in Europa, Asyl- und Migrationspolitik. Als Person of Colour und Migrantin mit muslimischen und jüdischen Wurzeln in Palästina und Europa spielen intersektionale Ansätze eine zentrale Rolle in ihrer Arbeit.


Magnus Elias Rosengarten ist ein Schriftsteller und Künstler, der derzeit in Berlin lebt. In seiner Arbeit erforscht er Körper und Narrative – mittels Text, Performance, Bewegtbild und der körperlosen Stimme – die sich in der globalen Diaspora bewegen und kontinuierlich manifestieren. Er studierte an der Humboldt Universität in Berlin und schloss sein Studium der Performance Studies an der New York University, Tisch School of the Arts ab.


Sophya Frohberg ist Kuratorin und Forscherin und lebt in Berlin. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit der Sichtbarkeit Schwarzer, queerer und intersektionaler zeitgenössischer Kunst sowie mit radikalen dekolonialen Praktiken innerhalb kultureller Institutionen. Derzeit erforscht sie mit ihrer Arbeitsgruppe CCC – Curating Through Conflict with Care – Wege zu einem verantwortungsvollen, nicht-hierarchischen Kuratieren.


Kuratorin

Kathy-Ann Tan ist eine in Berlin lebende Kuratorin, Autorin und unabhängige Wissenschaftlerin für visuelle Kunst und Performance, postkoloniale und dekoloniale Theorie und Gender/Queer Studies. Sie interessiert sich für alternative Modelle der Kunstverbreitung, des Ausstellungsmachens und des Aufbaus von Institutionen, die auf Fragen der sozialen Gerechtigkeit in der heutigen Zeit abgestimmt sind. Ihr laufendes Projekt decolonialartarchives zielt darauf ab, gemeinsam ein Forum für Künstler:innen, Kurator:innen und Kulturschaffende aufzubauen, um Wege zu entwickeln, koloniale Narrative zu hinterfragen.


Programmflyer (Eng.)

Seite I
Seite II

Gefördert aus Mitteln des Programms Impact-Förderung 2021 der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa:


Diese Veranstaltung findet im Rahmen des, von der LADS geförderten Projektes #CommunitiesSolidarischDenken statt.

We are back… xart splitta 2021!
12.01.2021
Moving Into Sunlight: Decolonial Gestures, Embodied Archives
02.02.2021

Friday & Saturday, March 12th & 13th 2021

A two-day event of live art performances and interventions that center body archives as sites of decolonial knowledge, resistance and self-empowerment for BIPoC, (post-)migrant, diasporic and queer communities in Berlin.

Gaphic Design by Imad Gebrayel

March 12th at xart splitta *online*

March 13th at Nachbarschaftshaus Urbanstraße *online*

Artists: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro, Raju Rage + Nad MA, Nine Yamamoto-Masson, Sajan Mani + Aroh Akunth, a.s. sumukha

Curated by Kathy-Ann Tan in collaboration with xart splitta.

„When I speak of the erotic, then, I speak of it as an assertion of […] that creative energy empowered, the knowledge and use of which we are now reclaiming in our language, our history, our dancing, our loving, our work, our lives.“ – Audre Lorde, „The Uses of the Erotic: The Erotic as Power“.

Audre Lorde writes of the erotic as a deeply motivational and empowering force that lives within the bodies of womxn of colour. In centering the knowledges, histories, laughter, struggles, resilience and power of queer and BIPoC lives, „Moving Into Sunlight“ disrupts and explodes the western, colonial gaze that has, for centuries, collected, „studied“, dissected, racialised, sexualised and regulated these subjectivities. Our bodies are our archives. They hold, store, keep safe, react to and process experiences of trauma, joy, shock, illness, excitement, pain, etc. For postcolonial, migrant and diasporic subjects, the body becomes a primary site for resistance and empowerment, for self-representation and transformation, for immersive experiences of connection with the lives and legacies of those who came before. The fight for social justice, accountability and reparations is far from over, and this event invites artists, cultural workers, activists, scholars and all those who feel this speaks to them in one way or another, to come together in the spirit of sharing, care and collective strategy.

The event will be held in spoken English and German and entirely online. BIPoC and (post-)migrant residents from the neighborhood of the venues in Berlin-Kreuzberg/Neukölln are especially welcome. Please send an email to movingintosunlight@gmail.com by 10.03.2021 to register if you would like to attend. Please mention if you require sign language interpretation.


Schedule

March 12th 2021

6:00pm: a.s. sumukha short intervention
6.30pm: Sajan Mani + Aroh Akunth performance
7.30pm: a.s. sumukha short intervention
8.15pm: Nine Yamamoto-Masson video performance
9:15pm: a.s. sumukha short intervention
9.30pm: End

March 13th 2021

1.00pm: Welcome remarks by Kathy-Ann Tan, Iris Rajanayagam and Bahar Sanli
1.30pm: Nathalie Anguezomo Mba Bikoro performance
2.30pm: break
3.00pm: Raju Rage + Nad MA performance
4.00pm: Break
4.30pm: Group sessions with facilitators on Zoom
5.30pm: Break
6.00pm: Q&A discussion and collaborative documentation
7.00pm: Wrap up and conclusion


Artists

Anguezomo Mba Bikoro merges archeology, sonic radio, writing, textiles, sculpture, live art performances, film & archives for immersive installations. The work analyses processes of power & science fictions in historical archives critically engaging in migrational struggles and colonial memory. The artist creates environments for alternative narratives and future speculations of colonial resistance movements led by African women of the German diaspora and indigenous communities. Sedimented in narratives of testimonial Black queer experiences of sonic nature archives, revolt, queering ecologies and postcolonial feminist experiences towards new monuments which reacts to the different tones of societies shared between delusions & ritual. The work offers complex non-binary readings pushing  new investigations about the architectures of racisms in cities, the archeologies of urban spaces & economies of traditional systems by exposing the limitations of technologies as functional memory records.

Photo credit: Roland Bisse Essomba 2018 RAVY Festival Goethe-Institute Yaoundé, Cameroon

„Where Is Your Fire?“
what to say to you now in the soft afternoon air as you hold us all in a single death i say “where is your fire?”

i say where is your fire?
you got to fight it and pass it on
you got to find it and pass it on from you to me from me to her from her to him from the son to the
father from the brother to the sister from the daughter to the mother from the mother to the child
i say where is your fire?
i say where is your fire?
can’t you smell it ?
coming out of our past
the fire of living not dying
the fire of loving not killing
the fire blackness not gangster shadows
where is our beautiful fire that gave
light to the world?

Excerpt from “Catch the Fire” by Sonia Sanchez

Anguezomo Mba Bikoro presents „Where Is Your Fire“, a mourning ritual drawing on archival material of Black Abolitionist women retracing the story of a lost 19 th century court case of the murder of a Herero Princess and a stolen African German theatre script. The artist follows the multiple routes of Black Feminist writers interlaced through fictions of botanical colonial fictions transmitting testimonies of anti-colonial struggles and warnings in the mythical spirit of Drexciyan uprising.


Photo credit: Billie Clarken Photography

Sajan Mani is an intersectional artist hailing from a family of rubber tappers in a remote village in the northern part of Keralam, South India. His work voices the issues of marginalized and oppressed peoples of India, via the “Black Dalit body” of the artist. Mani’s performance practice insists upon embodied presence, confronting pain, shame, fear, and power. His personal tryst with his body as a meeting point of history and present opens onto “body” as socio-political metaphor. Several of Mani’s performances employ the element of water to address ecological issues particularly related to the backwaters of Kerala, as well as to the common theme of migration. His recent works consider the correspondence between animals and humans, and the politics of space from the perspective of an indigenous cosmology. Aroh Akunth is a Dalit-Queer Interdisciplinary artist currently based between Göttingen and Delhi. They hold a Bachelor’s in Social Sciences and are currently pursuing their Master’s in Modern Indian Studies. They are also the founder of Dalit Art Archive and Dalit Queer Project initiatives that center the narratives of their communities. As an artist, they are interested in exploring Caste and Queerness as worlds through their experiments with words, sound, visuals, and performance.

Aroh Akunth is a Dalit-Queer Interdisciplinary artist currently based between Göttingen and Delhi. They hold a Bachelor’s in Social Sciences and are currently pursuing their Master’s in Modern Indian Studies. They are also the founder of Dalit Art Archive and Dalit Queer Project initiatives that center the narratives of their communities. As an artist, they are interested in exploring Caste and Queerness as worlds through their experiments with words, sound, visuals, and performance.

„Shambuka“ is a performance piece that locates the continuing legacies of Hindu Epics and Caste Apartheid within the politics of the Indian Subcontinent in the 21st Century. Over the years murder of Shambuka, has been of academic interest to Anti-Caste scholars like Ambedkar and progressive artists alike. Where Eklavya was penalized for dreaming as an Avarna person, Shambuka paid the price for succeeding in a Caste society. The performance encourages people to think of the ways in which Caste supremacy informs and interacts with Identities we embody and what it means for peoples whose bodies are marked by Caste to be stuck in a metaphorical loop.


Raju Rage is a tender Taurean. They are also an artist and creative educator working with healing and care processes and practices. Raju uses tools of transformation and resilience in the face of predation and extractivism of hetero and homo normative cistems.
@Raju_Rage

Nad MA is a truly sensual Scorpio. They practice with corporeality and the politics of the body as a massage therapist, body piercer, shibari teacher, drag king and workshop facilitator. They are also interested in spirituality and healing of all beings.
@Nadnadius

Transistence: against bodies* we love
A participatory live stream drag – care – exchange with Raju Rage and Nad MA, two gender non conforming bodies, excavating what lies beneath the aesthetic and performance of drag, exploring non/sexual intimacy and erotic power beyond womanhood. Introducing alter-ego’s ‚Lola Love‘ and ‚Hugo‘, through the digital realm, we invite you to engage with us in solidarity, in acts of collective care.


Nine Yamamoto-Masson is a French-Japanese artist, theorist, writer, researcher, and translator. In academic research, artistic and activist practice, her work analyses the gendered necropolitics of (neo)coloniality with regard to the legacies of European and Japanese colonialism how they presently manifest as configurations of power and economies of knowledge that exert violence on bodies and futures. She studies the modes of organisation of networked resistance, and the workings of resistant memory challenging hegemonic dominant narratives, focusing on the role of art and inter-diasporic, internationalist, inter-generational solidarities. She is a PhD candidate at the University of Amsterdam.

“Nobody Died” traces the friction of different forms of confrontations over the grieving of lives that are systematically devalorised and violently harmed or taken, in the context of how racialised and gendered violence accumulates in individual and collective bodies, itching under the inflamed scars like glowing constellation maps that reach forward and back through time and across the globe, across generations. It incorporates a video an installation of collages and drawings based on photographic documentation of the tense changes (and corresponding messaging) at street-level in NYC in spring/summer 2020, where the artist was stranded due to Covid, being like so many forced to improvise mourning rituals to honour the dead in the face of an ever-intensifying white supremacist hierarchy of emotions. The video reading Is a Film a Bone (2020) is part of a ritual. It is about the labour of mourning, about how to do right by the dead, about the battles to reclaim the past and reappropriate the future. It is about the hidden wormholes connecting the different space-times the artist is entangled in. It is about how to live with fire, and its role in midwifing a new world.


Image: Green Tara. Credits: a.s. sumukha

a.s. sumukha is a poet, scholar and activist.


BROWN KARMA * BLACK DHARMA (2021) 
Sensing, reading and speaking against the grain, a.s. sumukha commits model minority suicide. Recalling the solidarity between Black civil rights movements in the US and anti-caste resistance in India, it turns towards ‘Black dharma’, an emergent strain of North American Buddhism which yokes together reformist post-Vedic practices with the Black Radical Tradition. Thus, a.s. sumukha considers different relations of power without domination, which it brings to bear upon a reading of Lorde’s erotic as power.


Facilitators

Photo Credit: Zara Zandieh

Iris Rajanayagam is a historian (MA Humboldt University Berlin). She works on post- and decolonial theories, intersectionality, politics of memory and social change; She is director of the organisation xart splitta and lecturer at the Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin. Besides this Iris Rajanayagam is board member of the Migrationsrat Berlin and was active in the Caravan for the Rights of Refugees and Migrants for many years.


Rena Onat is a gender equality officer (Frauen*beauftragte) and an art and media scholar. She is currently working on her doctoral thesis on artwork by QTIBIPoC artists in the German context, highlighting expressions of queer of color critique in and through art and visual culture. She is a turkish-german femme of color who likes horses.


Yergalem Yagi Taffere has many irons in the fire. If she could, she would be in a different place every weekend, listening to the important stories of different people and their own diasporic realities of life. She is a director, photographer, performer and DJ. She is currently working on „Yagi’s Kaleidoscope”.


May Zeidani Yufanyi is a social scientist; in her work at Inssan e.V. she deals with antidiscrimination and postcolonial migration societies in Europe, asylum and migration policies. As a Person of Colour and migrant with Muslim and Jewish roots in Palestine and Europe, intersectional approaches play a central role in her work.


Magnus Elias Rosengarten is a writer and artist, currently based in Berlin. In his work he explores bodies and narrative—via text, performance, moving image, and the disembodied voice—that move and continuously manifest throughout the global Diasporas. He studied at Humboldt University in Berlin and completed his Graduate degree in Performance Studies at New York University, Tisch School of the Arts.


Sophya Frohberg is a curator and researcher based in Berlin. Her work attends on visibility of Black, queer and intersectional contemporary art, as well as radical decolonial practices within cultural institutions. She currently researches ways of responsible, non-hierarchal curating with her working group CCC – Curating Through Conflict with Care.


Curator

Kathy-Ann Tan is a Berlin-based curator, writer and independent scholar of visual art and performance, postcolonial and decolonial theory, and gender/queer studies. She is interested in alternative models of art dissemination, exhibition-making and institution-building that are attuned to issues of social justice in the contemporary moment. Her ongoing project decolonialartarchives aims to collaboratively build a forum for artists, curators and cultural workers to develop ways of interrogating colonial narratives.


Programme Flyer

Leaflet page I
Leaflet page II

Supported by Funds from the IMPACT-Funding 2021 program of Berlin’s Senate Department for Culture and Europe

The event is taking place within the framework of the project #CommunitiesSolidarischDenken, funded by the LADS.

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